Hoffest mit vielen Besuchern

Preisträger 2016

Gewinner der schönsten Veranstaltungen 2016

Seit dem Jahr 2001 tragen Öko-Bäuerinnen und Öko-Bauern, Öko-Verarbeiter und Öko-Händler mit Hoffesten, Tagen der offenen Tür oder kulinarischen Erlebnissen zum großen Erfolg der Öko-Erlebnistage bei. Um das besondere Engagement der Veranstalter hervorzuheben, werden jedes Jahr die schönsten Veranstaltungen im Rahmen der Öko-Erlebnistage ausgezeichnet.

 

16 Jahre Öko-Erlebnistage! Mit rund 270 Veranstaltungen und gut 300.000 Besuchern waren die Öko-Erlebnistage wieder ein großer Erfolg. Auf Bio-Betrieben, bei Bio-Verarbeitern und -Händlern konnten Besucherinnen und Besucher den Ökolandbau in allen Facetten kennen und schmecken lernen.

Wie in den vergangenen Jahren hatten die Veranstalter der Öko-Erlebnistage die Gelegenheit, sich für die Auszeichnung „Schönste Veranstaltung der Öko-Erlebnistage 2016“ zu bewerben.
Die Preisverleihung und Urkundenübergabe an die Gewinner in den Kategorien Landwirtschaft und Sonderpreise Gemeinschaftsveranstaltungen findet am
15. Februar um 11 Uhr auf der BioFach in Nürnberg am Bioland Stand 467, Halle 7 statt.  

Hier stellen wir Ihnen die ausgezeichneten Betriebe und Unternehmen vor. Bilder der Preisträger können Sie sich im Pressebereich herunterladen.

 

1. Platz: Lukas Hof: "Power aus dem Bienenstock", NATURLAND

Die Familie Rieblinger betreibt einen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb mit Betriebsschwerpunkt Mutterkuhhaltung mit Murnau Werdenfelser Rindern, eine vom Aussterben bedrohte Rinderrasse. Seit 3 Jahren haben hält die Familie auch 8 Bienenvölker, die seit einem Jahr nun auch erfolgreich auf Bio umgestellt sind. Damit wurde auch das Motto für den Öko-Erlebnistag, „Power aus dem Bienenstock“ gefunden.

Zur Verpflegung wurden Spezialitäten vom Murnau Werdenfelser Rind (Ochsenfetzen und Rindsbratwürstl) sowie als vegetarische Variante ein Alm-Burger (Kaspressknödel mit Salat und Honig-Dip in einer Kornländer-Semmel) angeboten. Zu den Speisen wurde entweder eine Honig-Grillsoße oder ein Honig-Dip gereicht.

Die Hauswirtschaftsschülerinnen der Landwirtschaftsschule Fürstenfeldbruck boten Kochvorführungen zum Thema „Honig in der Küche“ an. Im Frühjahr wurde eigens für das Fest ein Bienenweidegarten angelegt, den die Besucher mit Hilfe von Beschriftungen selbstständig erkunden konnten bzw. der bei den Hofführungen erklärt wurde.

Die angebotenen Hofführungen fanden sehr großen Anklang und das Interesse der Besucher an der ökologischen Landwirtschaft war hierbei sehr groß. Das Erlebnis-Angebot wurde von einem Bauern- und Handwerkermarkt ergänzt. Von Haselnüssen, Likören, Kartoffeln bis hin zu Ölen, alten Getreidesorten, Salz, Honig und Fruchtweinen gab es ein breites Angebot von Lebensmitteln. Dazu kamen viele Handwerksprodukte wie Weidenflechtobjekte, Bienenpflanzen, sowie Filz- und Strickartikel und Intarsienarbeiten.

Auch viele Vereine, Verbände und Behörden gestalteten den Tag mit u.A. das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, die Untere Naturschutzbehörde, die Waldbauernvereinigung, die Baumwarte, der Imkerverein, der Gartenbauverein und die Interessensgemeinschaft Lernort Bauernhof und Jäger.

Als besonderes Schmankerl war das Volksmusikarchiv Oberbayern zu Gast und sang mit vielen Besuchern eine Stunde lang munter Lieder zu Erntedank, Arbeit der Bauern und Tiere (v.a. Bienen). Die Besucher waren von diesem Angebot sehr begeistert, ebenso die Jury, die die Veranstaltung zur „Schönsten Veranstaltungen der Öko-Erlebnistage“ auszeichnete.

2. Platz: Biohof Hartmann: "Bio-Rind trifft Biene", NATURLAND

Auf dem Hof von Horst und Claudia Hartmann stehen 40 Mutterkühe, noch einmal so viele Kälber und gut 30 ein- und zweijährige Tiere auf der Weisbacher Jungviehweide. Der klassische Milchviehbetrieb wurde Mitte der 1990er Jahre auf Mutterkuh-Haltung umgestellt, die stets mit Weidehaltung betrieben wurde. Die Umstellung auf Bio erfolgte im Jahr 2008.

Um den Menschen die Bedeutung der Bienen für den ökologischen Landbau und eine vielfältige Naturlandschaft nahe zu bringen, wurde der Öko-Erlebnistag im Jahr 2016 unter dem Motto: „Bio-Rind trifft Biene“ veranstaltet.

Der Erlebnistag begann in der Früh um 10:00 Uhr und wurde von politischen Ehrengästen aus der Region eröffnet. Zum Mittagstisch gab es Ochs am Spies mit Blaukraut, Klößen und Bratwursten vom Grill mit musikalischer Begleitung. Ab 12:00 Uhr wurde ein vielfältiges Erlebnisprogramm geboten. Umfangreiche Infos zum Betrieb, zum Öko-Landbau, zur Öko-Modellregion Rhön-Grabfeld, zur Bienenhaltung und Biodiversität wurden von den Besuchern intensiv genutzt. Besonderen Anklang fand auch die angebotene Dia-Show.

Den größten Zuspruch bei Groß und Klein fand das Kinderprogramm mit Bauernhofrallye, Erzählecke und Ratespielen. Jeder wollte an den Weidebesichtigungen teilnehmen, so dass die letzte Tour erst am Abend um 20:00 Uhr endete. Die Familie Hartmann freute sich sehr über die Unterstützung aus der Region.

Wie bei den Besuchern fand das Fest auch einen großen Anklang bei der Jury.

3. Platz: Bioland-Hof Baur: "Bio-Landwirtschaft erleben", BIOLAND

Die Familie Baur lud zu ihrem Öko-Erlebnistag „Bio-Landwirtschaft erleben“ ein. Der Tag richtete sich vor allem an Familien mit Kindern, um ihnen das Leben auf einem Bio-Bauernhof näher zu bringen.

Ziel war es den Besuchern einen echten Tag auf dem Bauernhof zu zeigen. So konnten alle Familienmitglieder erleben wie Kühe gemolken werden, was den Tieren gefüttert wird und natürlich konnten alle kräftig mithelfen. Letztlich interessiert aber doch jeden, was aus der guten Bio-Milch wird, wenn die ganze Arbeit getan ist. Da konnte von den Besuchern dann Bio-Joghurt und Käse probiert werden.

Doch nicht nur im Stall und auf dem Hof stehen für den Bauern arbeiten an. Passend zur Jahreszeit konnten die Besucher auch bei der Kartoffelernte mitmachen und die eigene Ernte mit nach Hause nehmen. Das Fest wurde mit einem Gewinnspiel, Rätselaufgaben und einer riesigen Strohburg abgerundet. Die Familien konnten auf dem Hof der Familie Baur einen ganzen Tag im Leben auf einem Bauernhof mitmachen. Das hat allen gut gefallen und auch die Jury überzeugt.

3. Platz: Biohof Kümmelbauer: "Bio-Backofenfest", DEMETER

Anja Baumert und Roman Hölzl übernahmen im Jahr 2008 den Hof und stellten ihre 112 ha Ackerfläche und 104 ha Dauergrünland auf ökologischen Landbau um. Seit 2016 bewirtschaften sie den gesamten Betrieb nach den Demeter-Richtlinien. Der schonende Umgang mit Ackerflächen, der Umwelt und dem Boden ist den beiden das zentrale Ziel.

Anbauschwerpunkt sind Heil- und Gewürzpflanzen wie Körnerfenchel, Kümmel, Koriander und alte Getreidesorten. Auf der restlichen Fläche werden Braugerste, Dinkel, Roggen und Triticale angebaut. Abgerundet wird die Fruchtfolge durch ein- oder mehrjähriges Kleegras. 2% der Flächen des Betriebes sind ständig im Vertragsnaturschutzprogramm. Diese dienen den Bodenbrütern als Rückzugsgebiet und sind gleichzeitig auch Lebensräume für den Biber.

Durch die eigene Getreidereinigung, Trocknung und Lagerung kann eine lückenlose Nachverfolgbarkeit der Ware gewährleistet werden. Für die kleine Alpakaherde wird das Heu aus den Vertragsnaturschutzflächen und vom Grünland geerntet.

Die Idee zum Erlebnistag „Backofenfest“ kam aus der Motivation, das vorher so sorgfältig angebaute und aufbereitete Getreide für die Verbraucher nachvollziehbar zu Brot weiter zu verarbeiten. Bereits im Frühjahr hatte der Hof zu einer gemeinsamen Veranstaltung „Zukunft säen“ für interessierte Besucher eingeladen. Jetzt im Herbst konnte der Sommerdinkel geerntet werden. Der Drusch wurde sofort nach der Ernte entspelzt und vermahlen. Mit Unterstützung des Bäckermeisters aus dem Nachbardorf konnten nun Kinder und Erwachsene ihren Teig machen, Teiglinge bereiten und dann zum Backen in den Dorfbackofen geben.

Mit dem gemeinsamen Verzehr des selbst gebackenen Brotes an der großer Tafel endete ein wunderschöner Öko-Erlebnistag, der so gesehen bereits im Frühjahr begann. Das überzeugte auch die Jury.

Mehr Informationen zum Hof gibt es unter: www.biogetreide.info

Sonderpreis: DJK-SG Ramsau, Zsammadgwachsen: "Ramsauer-Markt mit Bio-Programm"

Der kleine Ort Ramsau, in der Nähe von Haag i. Ob., feierte vom 30. September bis zum 3. Oktober unter dem Motto „Zsammadgwachsn– Musik verbindet“ ein Dorffest der besonderen Art für sich und die Region.

Im Mittelpunkt des viertägigen Festwochenendes mit Markt, Eröffnungskonzert und Workshops stand das Gefühl des Zusammengehörens und Zusammenwachsens des Ortes, der Region und der Natur. Rund um Organisator Christian Wimmer halfen ca. 100 weitere ehrenamtliche Helfer mit und schufen mit viel Engagement und einem klaren ökologisch-fokussierten Konzept ein einzigartiges Erlebnis für das Dorf und seine Besucher.

Als Teilnehmer an den Öko-Erlebnistagen und unterstützt vom Tagwerk e.V. war es das Ziel der Veranstaltung, Kultur und Natur erlebbar zu machen. Der Markt verstand sich als Plattform für regionale Lebensmittelproduzenten, sowie Künstler aus der Handwerks- und der Musikszene. Wie bereits bei der Vorveranstaltung in 2014 legte die Organisation besonderen Wert auf das bio-gastronomische Angebot: Bereits ein Jahr vor dem Fest wurde ein Ochse vom benachbarten Demeter-Rinderzüchter gekauft, der dann komplett für die auf dem Festwochenende angebotenen Speisen verarbeitet wurde: zu Rinderschmorbraten, Bio-Burgern und Steaks. Alles Gemüse wurde von regional ansässigen Bio-Bauern bezogen, ebenso der Käse für die Kaspressknödel. Zudem war der Markt wieder ‘spezifreie Zone’ (es wurden ausschließlich Bio-Schorlen angeboten).

Die Aussteller, die auch ökologisch gefertigte Kleidung und viele heimische Bio-Produkte wie Honig, Haselnüssen etc. zum Verkauf anboten, präsentierten in einheitlichen Holzbuden ein stimmiges Bild auf dem aufwändig dekorierten Gelände. Neben dem Markt erwartete die Besucher ein hochwertiges musik- und naturbasiertes Begleitprogramm, wie ein Jodel-Mantra-Workshop, gemeinsames Singen in der Jurte, Tubaweitwurf sowie ein Schauspielworkshop. Die Kinder konnten sich auf der ‘Spielwiese’ z.B. in der Stroh-Hüpfburg austoben, Naturinstrumente basteln oder bei der geführten Waldschratz- und Kobold-Schatzsuche Geheimnisvolles entdecken.

Und auch im Nachgang setzt der Organisator auf ökologische Nachhaltigkeit: in Zusammenarbeit mit einem ansässigen Textilunternehmen werden die Werbebanner zu Einkaufstaschen, Kulturbeuteln und Rucksäcken verarbeitet. Die Nachfrage danach ist groß, da sich viele Teilnehmer über eine solch praktische Erinnerung an die rundum gelungene Veranstaltung freuen. Das Konzept ging auf und Ort und die Region sind nach dem Festwochenende ein Stückchen weiter ‘Zsammadgwachsn’.

Mehr Informationen gibt es unter: http://www.ramsau-feiert.de

Sonderpreis: Öko-Modellregion Waldsassengau: "Die Öko-Modellregion stellt sich vor"

Bei den Öko-Erlebnistag der Öko-Modellregion Waldsassengau im Würzburger Westen stellten sich die Akteure der Öko-Modellregion mit ihren Bio-Produkten und Projekten auf dem Bioland-Betrieb der Familie Ramnick vor.

Neben Mitmach-Aktionen für Kinder und Rundum-Verpflegung gab es interessante Infos zum Ökolandbau. Alle ökologischen Akteure der Region (NGO’s, Verbände, Verarbeiter) waren mit ihren Produkten und Aktivitäten vertreten. Außerdem unterstützten alle dreizehn Kommunen der Allianz Waldsassengau die Veranstaltung.

Das Bildungs- und Informationsangebot reichte von Informationen zur Öko-Modellregion und deren Aktivitäten selbst, über Themen wie alte Haustierarten, Bienen und Bienenhaltung, bis hin zur Bedeutung von Regenwürmern. Besonderen Anklang fanden die Maschinenvorführungen, wie Schau-Pflügen, Sägespalt-Automat oder die Ausstellung von Oldtimer Traktoren und anderen Landmaschinen. Das Erlebnisangebot von Hüpfburg, Filzen mit Eselwolle, Tret-Traktor-Parcours bis zu Kutschfahren rundeten die tollen Angebote für die ganze Familie ab!

Der gelungene Erlebnis-Tag ist maßgeblich der Familie Ramnick zu verdanken, die ihren Bioland-Hof für diesen besonderen Tag zur Verfügung gestellt hat und dabei mit ihren Verwandten und ihren Freunden Großartiges geleistet hat – angefangen bei der Anlage der Blühstreifen, der Bewirtung bei den Planungstreffen, dem Räumen und Reinigen der großen Maschinenhalle, dem Ausstellen der Maschinen, dem Ausschank von Getränken, der Organisation der Kuchen-Bar!

Die Öko-Modelregion möchte seine große Wertschätzung und seinen Dank für dieses uneigennützige Handeln aussprechen. Durch die rundum positiven Rückmeldungen wird es im nächsten Jahr den 2. Tag der Öko-Modellregion geben! Die Jury der Öko-Erlebnistage unterstützt diese Vorhaben durch ihre Preisvergabe an die Veranstaltung.

Mehr Informationen unter: www.oekomodellregionen.bayern

 

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